Ausgerechnet jetzt: Zum ersten Mal Herpes

Das kann doch wohl echt nicht wahr sein: Über 33 Jahre lang befinde ich mich nun schon auf dieser wunderschönen Erde und ausgerechnet jetzt – wo meine Frau schwanger ist – bekomme ich zum ersten Mal einen Herpes am Mund. Zuvor hatte ich damit noch nie zu kämpfen.

Wie kann das denn sein?! Das kann nur mit Murphys Gesetz zusammenhängen. Wobei ich mich eigentlich nicht beklagen will, denn insgesamt verläuft die Schwangerschaft bislang ziemlich komplikationslos.

Neuinfektion in der Schwangerschaft ist „nicht ohne“
Aber mit einem Herpes in der Schwangerschaft ist nicht zu spaßen. Zumindest hört man das immer wieder von anderen Leuten und kann dies auch im Internet so nachlesen. Gefährlich kann es wohl vor allem dann werden, wenn sich die Mutter zum ersten Mal mit Herpes ansteckt, da sie dann noch keine Antikörper in sich trägt, mit denen sie dann somit auch noch nicht das das Ungeborene austtatten konnte – das ist wohl der Kern des Problems.

Da aber nahezu jeder Mensch den Herpes-Virus bereits sein ganzes restliches Leben lang in sich trägt (es ist immer wieder von einer Größenordnung zu lesen, die besagt, dass 9 von 10 Personen den Virus in sich haben), er aber nicht immer in Form von Lippenbläschen auftritt, ist es relativ unwahrscheinlich, dass Isa sich bei mir erstmalig anstecken könnte. Denn vermutlich trägt sie den Virus ebenfalls bereits in sich. Aber man weiß ja nie…

Vor allem Genitalherpes ein Problem
Richtig gefährlich soll es vor allem dann werden können, wenn es sich um eine Erstinfektion mit Genitalherpes (im Fachjargon „Typ 2“ genannte und nicht „Typ 1“ wie der „gewöhnliche“ Lippenherpes) handelt und der im zeitlichen Zusammenhang mit der Geburt auftritt, da das Kind dann bei der Geburt mit dem Herpes in Berührung kommen kann (hier wäre dann ein Kaiserschnitt angeraten). Das ist wohl die größte Gefahr.

Beides (also Genitalherpes und unmittelbar bevorstehender Geburtstermin) ist bei uns glücklicherweise nicht der Fall, sodass es offenbar jetzt nur halb so wild ist. Auch verschiedene Internetseiten sagen, dass nur in fünf Prozent der Fälle von infizierten Neugeborenen die Infektion bereits im Mutterleib stattfand.

Das ist zumindest das was wir uns im Internet zusammengelesen haben. Aber das ist ja immer mit Vorsicht zu genießen. Zudem findet man auf „jeder“ Seite andere Informationen, die sich zumindest in Details unterscheiden.

Arztbesuch soll Klarheit schaffen
Ich wollte aber ohnehin zu meiner Hausärztin. Allein schon, um abzuklären, ob das überhaupt wirklich ein Herpes ist. Das sah sie dann schon auf den ersten Blick: Ja, es ist einer.

Und wieso tritt der jetzt zum ersten Mal bei mir auf? Das wird laut ihr damit zusammenhängen, dass mein Immunsystem gerade geschwächt ist (ich hatte eine Erkältung hinter mir) und es kann ggf. durch Stress noch verstärkt werden. Auch das mit dem Stress ist für mich zutreffend gewesen.

Allerdings hatte ich in meinem Leben schon schlimmeren Stress und mit Sicherheit auch schon einen schlimmeren grippalen Infekt. Aber vielleicht noch nicht in der Kombination. Und vielleicht spielen noch weitere Faktoren mit rein, die mir nur nicht so bewusst sind. Sie gab mir noch den Tipp, mein Immunsystem mit etwas Zink zu „pimpen“.

Inwiefern bestehen Probleme für die Schwangerschaft?
In Bezug auf die Schwangerschaft fragte ich die Ärztin nach möglichen Problemen. Sie war der Ansicht, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt (siebter Monat) kein Problem darstellt. Zumal die Wahrscheinlichkeit recht hoch ist, dass die Mutter den Virus ohnehin bereits in sich trägt (siehe oben: 9 von 10 Menschen haben ihn).

Um aber auch noch mal eine Schwangerschaftsexpertin zu Rate zu ziehen, rief Isa am nächsten Tag auch noch bei der Frauenärztin und bei ihren beiden Hebammen an. Alle sagten, dass das mit dem Herpes an der Lippe zum jetzigen Zeitpunkt kein gravierendes Problem wäre. Ich muss also nicht in Quarantäne und auch nicht ausziehen. 😉

Herpes-Ansteckung vermeiden
„Toll“ wäre das zum jetzigen Zeitpunkt aber trotzdem nicht; vor allem nicht, wenn die Schwangere sich erstmals mit einem Herpes ansteckt.

Daher sollten wir versuchen, eine Infektion zu vermeiden. Wir nutzten daher nun separate Handtücher, achteten vermehrt auf Hygiene und ich kaufte mir solche Herpes-Pflaster, die ich mir auf die Lippe klebte, um die Gefahr einer Ansteckung durch die infektiöse Stelle zu minimieren. Auch wird damit der hässliche Herpes etwas kaschiert, was ein angenehmer Nebeneffekt ist. Nach etwas Übung klappte die Anwendung auch sehr gut.

Auch nach der Geburt bei Herpes aufpassen
Wenn das Kind dann mal auf der Welt ist und ein Herpes bei mir auftritt, sollte ich das Kind nicht küssen und am besten sogar einen Mundschutz tragen, wenn ich mit ihm zu tun habe. Denn da das Abwehrsystem von Neugeborenen noch nicht voll ausgebildet ist, kann eine Infektion mit dem Herpesvirus sehr gefährlich sein und zu großen Komplikationen führen.

Aber ich hoffe mal, dass das mein erster und auch mein letzter aufgetretener Herpes war. Bislang hatte ich nur Probleme mit Aphten. Die haben mir eigentlich schon vollkommen gereicht… 😉

Insgesamt unklare Gefahrenlage
Alles in allem erscheint die Gefahrenlage für uns nach wie vor unklar, da es dazu kaum klare Aussagen gibt und man ja auch nicht weiß, ob die Schwangere den Virus bereits in sich trägt oder nicht. Und das macht ja durchaus einen Unterschied.

Wenn bei euch die gleiche (oder eine ähnliche) Problemlage auftritt wie jetzt bei uns, macht euch auf jeden Fall bei euren Ärzten schlau. Man will ja kein Risiko eingehen.

2 comments

  1. Sandra Lübcke sagt:

    Du hattest doch das erste Mal Herpes in der Ss. So ist es bei mir auch. Jetzt sag mir bitte, dass es nach der ss nicht mehr vorkam?

    LG Sandra

  2. Nils sagt:

    Hallo Sandra, genau so war es. Es blieb das erste und letzte Mal für mich, seitdem nie wieder. 🙂

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