Der erste Frauenarzt-Besuch als werdender Vater (inkl. Ultraschall)

Beim letzten Besuch der Frauenärztin (der hier ja bereits aus der Sicht der Mutter geschildet wurde ;)) war ich als werdender Vater zum ersten Mal mit von der Partie. Ein wenig aufgeregt war ich dann kurz vorher schon. Und als wir dann im Wartebereich saßen, kam ich mir fast ein wenig wie ein „Eindringling“ vor: Die ganze Praxis bestand nur aus Frauen – sowohl das Personal als auch die Patienten (bzw. genauer gesagt die Patientinnen ;-)).

Lange warten mussten wir erfreulicherweise nicht. Im „Besprechungszimmer“ der Ärztin hatte ich dann außer der Begrüßung nur die Rolle des Zuhörers. Auch da kam ich mir wieder ein bisschen vor, wie jemand der heimlich Mäuschen spielt.

Naja, aber es dauerte nicht lange, da war dann der große Moment gekommen: Die erste Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke und gleichzeitig die erste Ultraschalluntersuchung überhaupt, bei der ich dabei war. Ich war ganz gespannt auf die Untersuchung als solche und auch darauf, wie sich das für mich „anfühlen“ würde.

„Ernüchternder“ Anblick auf dem Bildschirm
Seinen kommenden Nachwuchs auf dem Bildschirm zu sehen war zwar einerseits schön (vor allem die Erkenntnis, dass es sich bewegt und somit also bei bester Gesundheit ist), aber irgendwie auch erstaunlich „ernüchternd“. Ich hatte mir da irgendwie „mehr“ erwartet.

Denn mir persönlich war das alles irgendwie zu abstrakt. Ohne die Erläuterungen der Frauenärztin hätte ich auf dem Bild nahezu nichts erkannt. Sie hätte da auch sonstwas anzeigen und sich was ausdenken können – ich hätte es wohl geglaubt. 😉

Naja, das war jetzt ein wenig übertrieben. Ein bisschen was konnte man sehr wohl auch „alleine“ erkennen. Zum Beispiel das Köpfchen, Knochen und die Wirbelsäule. Aber fast immer nur „Ausschnitte“. Sobald die Ärztin das Gerät auf der Bauchdecke um wenige Nuancen bewegte, sah man schon etwas anderes bzw. nichts mehr. Das ging alles so superschnell. Aber die ganze Untersuchung wird aufgezeichnet, sodass man auch zurückspulen kann, um sich etwas noch einmal genauer anzusehen.

Und das war auch nötig. Denn immer wenn man das kleine Wesen mal etwas besser sah, drehte es sich gleich wieder weg oder hielt sich eine Hand vors Gesicht. Das war dann fast schon etwas witzig und doch etwas „konkreter“ und „berührender“. Ganz so ernüchternd blieb der reine Blick auf den Bildschirm somit dann am Ende doch nicht.

Ergreifende Mitteilung des Geschlechts
Was dann aber emotional überraschenderweise sehr viel für mich ausmachte, war die Mitteilung des Geschlechts. Die Frauenärztin brachte dies zwar sehr nüchtern rüber (ich weiß gar nicht, ob sie ohne unsere Nachfrage überhaupt danach gesehen hätte) und garniert mit der Aussage, da es sich dabei lediglich um eine 90%ige Wahrscheinlichkeit handele, aber trotzdem war dies emotional etwas sehr besonderes für mich: Der Moment, als ich erfuhr, dass es ein Mädchen ist, ließ mir fast die Tränen in die Augen schießen.

Irgendwie wurde das alles auf einmal noch eine gewaltige Stufe (ach, was sag ich: eine ganze Treppe! ;)) konkreter und greifbarer. Bislang war das ja alles ziemlich „theoretisch“ für mich. Aber jetzt, wo man langsam aber sicher doch einen Bauch sieht und weiß, dass es wohl ein Mädchen wird, wird es immer „praktischer“. 🙂

Mehr als 90% Wahrscheinlichkeit geht nicht
Die 90%ige Wahrscheinlichkeit ist übrigens das Maximum dessen, was derzeit „möglich“ ist. Ich habe die Frauenärztin extra noch einmal gefragt. Weiter würde sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus dem Fenster lehnen. Das heißt also: Es gibt daran, dass es ein Mädchen wird, nur die geringstmöglichen Zweifel. Man kann also mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen.

Dass mich diese Mitteilung emotional so ergriffen hat, hat übrigens nichts damit zu tun, dass wir uns so sehr ein Mädchen gewünscht hätten. Es ist vielmehr so, dass ich total froh bin, dass man sich das Geschlecht gar nicht aussuchen kann. Denn: Ich könnte mich einfach nicht entscheiden. Daher bin ich froh, dass mir diese Entscheidung vom Schicksal abgenommen wurde. 🙂

One comment

  1. Matti sagt:

    Hallo Nils,
    danke für deinen ausführlichen Bericht. Bei mir steht nämlich demnächst ein Besuch beim Frauenarzt an mit meiner Frau und habe schon ganz nervös. Ich hoffe, dass ich beim Gynäkologe gut beraten werde und mir die Angst genommen wird.

    Viele Grüße
    Matti

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