Reichen getönte Scheiben als Sonnenschutz fürs Baby?

seat_altea_xl_rotMan sieht sie ja in Autos mit Babys bzw. Kindern immer wieder: Solche Sonnenschutzblenden, die man mit Saugnäpfen von innen an der Scheibe des Autos befestigt. Neben der in meinen Augen unschönen Optik haben diese unter anderem den Nachteil, dass man die Fenster nicht mehr herunterfahren kann. Zudem decken sie auch nie den gesamten Bereich der Scheibe ab und sie fallen auch sonst gerne mal ab.

Als Alternative für diese Problematik habe ich bei meiner Recherche bereits solche „Socken“ für die hinteren Seitenscheiben des Autos gefunden. Die finde ich schon wesentlich besser. Denn die decken den ganzen Bereich der Scheibe ab und man kann dennoch die Scheibe herunterlassen.

Welche Schutzwirkung haben dunkel getönte Auto-Scheiben?

Aber dann stellte ich mir die Frage, ob ein zusätzlicher Sonnenschutz in unserem Fall überhaupt nötig ist. Denn erst voriges Jahr kauften wir uns einen neuen „Seat Altea XL“ (siehe Foto), der auf der Rückbank sowie im Kofferraum über eine dunkel getönte Verglasung verfügt. Reicht dies als Sonnenschutz vielleicht bereits aus?

Leider konnte ich im Internet nirgends konkrete Informationen nach der Schutzwirkung der dunkel getönten Scheiben finden. Daher wandte ich mich mit der Problematik per E-Mail direkt an den Hersteller (also Seat), von dem ich nach einigen Tagen dann auch eine Antwort erhielt.

Demnach sieht die Durchlässigkeit für die dunkel getönten Scheiben auf der Rückbank in unserem Fall wie folgt aus:

UV Transmission: < 5%
Licht Transmission: 39,2%
Energie Transmission: < 25%

Der für mich entscheidendste Punkt ist der UV-Schutz. Da die Durchlässigkeit laut Seat bei unter 5 Prozent liegt, liegt die Schutzwirkung der getönten Scheiben also bei mehr als 95 Prozent. Das halte ich persönlich für vollkommen ausreichend. Das ist wesentlich mehr als viele andere „separate“ Sonnenschutzvorrichtungen erzielen. Zudem ist auch der Schutz vor Blendung (zumindest verstehe ich das unter „Licht) und Wärme (das dürfte sich hinter der Bezeichnung „Energie“ verbergen, denke ich) ordentlich.

Und die Schutzwirkung der „normalen“ Scheiben (auf Fahrer- und Beifahrerseite) teilte Seat in dieser E-Mail auch gleich mit. Und das obwohl ich danach gar nicht fragte. Das nenne ich mal einen Service! Noch besser hätte ich es nur gefunden, wenn man die Infos auch direkt auf deren Homepage gefunden hätte. 😉

Demnach sehen die Werte für die vorderen Scheiben in Standardtönung (also nicht dunkel) wie folgt aus:

UV Transmission: < 28%
Licht Transmission: 73,5%
Energie Transmission: < 50%

Auch hier beträgt der UV-Schutz also wenigstens noch mindestens 72 Prozent. Das finde ich persönlich durchaus ordentlich.

Für uns ist das alles in der Gesamtheit völlig ausreichend. Vorne werden wir den Kindersitz voraussichtlich nur bei kurzen Fahrten platzieren. Nämlich dann, wenn einer von uns mit dem Baby alleine unterwegs ist und das werden nie lange Strecken sein. Auf langen Strecken werden wir zu zweit mit dem Baby unterwegs sein und somit wäre der Kindersitz (inkl. Baby) dann sowieso hinten bei den dunkel getönten Scheiben.

Wir werden uns daher (zumindest vorerst) keinen zusätzlichen Sonnenschutz zulegen, sondern es erst einmal so versuchen. Wenn es aber doch erforderlich wäre, würde ich für die hinteren Plätze vermutlich zu so einer oben bereits erwähnten „Socke“ greifen. Aber ich denke nicht, dass wir das brauchen werden.

Im Zweifel lieber individuell nachfragen

Ich hatte Seat bei meiner Anfrage unter anderem auch meine konkrete Fahrgestellnummer angegeben. Daher kann es sein, dass die genannten Werte auch nur für unser Fahrzeug (Baujahr 2015) gelten.

Wie das bei eurem konkreten Seat Altea (oder einem anderen Fahrzeug aus dem Volkswagen-Konzern oder gar von einem ganz anderen Hersteller) aussieht, solltet ihr vorsichtshalber lieber individuell beim jeweiligen Hersteller erfragen. Ich übernehme für die hier gemachten Angaben – wie immer – keine Gewähr. 😉

4 comments

  1. Dirk sagt:

    Eine Interessante Idee mit den Socken, habe ich aber ehrlich gesagt noch nie gesehen. Was ich mich aber frage…was haben meine Eltern früher gemacht als ich Baby war?

  2. Dennis sagt:

    Hallo Nils,

    Danke für den Beitrag, wir hatten nämlich gestern auch die Frage, ob im Golf 7 die getönten Scheiben hinten ausreichender Sonnenschutz für unseren Nachwuchs sind. So habe ich schon mal einen Anhaltspunkt.

  3. Nicoline sagt:

    Echt nteressanter Beitrag. 🙂
    Ich kenne mich zwar nicht mit einzelnen Autos und deren Autoscheiben aus, weiß aber als Augenoptikerin, dass Brillen die sich bei Sonne (UV-Einstrahlung) eintönen in Autos nicht funktionieren. Und das funktioniert selbstverständlich deshalb nicht, weil heutzutage alle Autoscheiben prinzipiell einen sehr hohen UV-Filter drin haben und somit auch kein UV-Lich da ist, um die Brille zu tönen. Und für diese Brillen reicht schon recht wenig Sonnenlicht, denn sie tönen sich auch an schönen Tagen mit bedeckten Himmel ein. Daher kann ich mit gutem Gewissen aus Erfahrung und den Berechnungen im Studium sagen, dass die modernen Autoscheiben als UV-Schutz vollkommen ausreichen und zwar unabhängig von Marke und Modell. Ich denke, dass Zusatzmaßnahmen wie diese tatsächlich sehr lästigen Sonnenschutzblenden heutzutage wirklich NUR dem Blendschutz dienen bzw. um das Gewissen übervorsichtiger Eltern zu beruhigen. Schließlich sind weniger als 28% UV-durchlässigkeit bei einer klaren Scheibe ja schon echt wenig, aber weniger als 5% bei einer getönten Scheibe ist quasi gar nichts. Wenn die Scheiben hinten also nicht getönt sind und man einen Sonnenschutz wünscht, dann würde ich einfach eine Folie auf die Scheiben anbringen lassen, das sieht schön aus und die Scheiben funktionieren trotzdem noch. 🙂

  4. Michal sagt:

    Vielen Dank für diese überaus nützlichen und amüsant aufbereiteten Infos! Genau das haben wir jetzt gebraucht! 🙂

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