Tipp: Durch Steuerklassenwechsel mehr Elterngeld bekommen

Der vom Finanzamt bestätigte Steuerklassenwechsel.

Der vom Finanzamt bestätigte Steuerklassenwechsel (Ausschnitt).

Wir haben inzwischen ja schon einige Ratgeber rund um die Schwangerschaft gelesen und da gab es neben den medizinischen Infos auch viele Infos zu finanziellen Dingen rund um das Thema Kinderkriegen. Auf einen Tipp wies dabei jedoch keiner der Ratgeber hin, sondern wir bekamen davon erst durch einen Tipp der „Stiftung Warentest“ Wind.

Und zwar geht es darum, wie man durch einen rechtzeitigen Steuerklassenwechsel unter bestimmten Bedingungen mehr Elterngeld bekommen kann. Selbstverständlich klappt dieser (legale) Trick nur bei verheirateten Paaren, da nur diese die Steuerklassen wechseln können. 😉

Netto-Einkommen relevant für Elterngeld-Berechnung

Hintergrund ist der, dass sich das künftige Elterngeld ja an eurem bisherigen Einkommen bemisst. Und da sich die Berechnung nicht etwa am Brutto-Einkommen orientiert, sondern am Netto-Einkommen, kann man hier etwas dran „drehen“.

Nämlich indem man das Nettoeinkommen derjenigen Person erhöht, die später den deutlich überwiegenden Teil der Elterngeldmonate in Anspruch nehmen möchte (oder gar ganz alleine). Natürlich macht das nur dann Sinn, wenn diese Person auch berufstätig ist (und mehr als das „Mindestelterngeld“ von 300 Euro monatlich zu erwarten hat).

Netto-Einkommen durch Steuerklassenwechsel erhöhen

Ja, und wie erhöht man nun das Nettoeinkommen? Ganz einfach: Indem die entsprechende Person die günstigere Steuerklasse (nämlich die Steuerklasse 3) beantragt. Das heißt zwar im Umkehrschluss, dass der Partner die deutlich schlechtere Steuerklasse 5 bekommt und somit weniger Gehalt ausgezahlt bekommt, allerdings kann man sich diesen „Nachteil“ (sofern es überhaupt einer ist) ja über die jährliche Steuererklärung wieder ausgleichen lassen. Der Vorteil des anderen Partners beim Elterngeld bleibt aber bestehen – da ändert auch die Steuererklärung nichts.

In einer Beispielrechnung der Stiftung Warentest (siehe hier für den entsprechenden kompletten Artikel) wird bei einem Bruttoverdienst von 3.000 Euro ein Vorteil beim Elterngeld von fast 5.000 Euro errechnet. Es handelt sich hier also um alles andere als „Peanuts“. 😉

Wie groß euer individueller Vorteil ist, berechnet euch am besten selbst mit den einschlägigen Rechnern im Internet und entscheidet dann, ob ihr den Aufwand des Steuerklassenwechsels auf euch nehmen wollt (allzu groß ist der Aufwand ja nicht).

Steuerklassenwechsel unbedingt rechtzeitig beantragen

Das ist im Prinzip schon der ganze „Trick“. Beachten muss man allerdings noch, dass man den Steuerklassenwechsel rechtzeitig beantragt (früher war der zeitliche Rahmen wohl mal großzügiger). Und zwar bei Frauen spätestens sieben Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt. Denn wichtig ist es, sechs volle Monate vor dem Mutterschutz das Gehalt nach der neuen Steuerklasse erhalten zu haben. Die Eltern­geld­stelle behandelt die Frau dann so, als sei sie während der gesamten relevanten zwölf (Gehalts-)Monate vor der Geburt in der Steuerklasse 3 gewesen. Und da der Steuerklassenwechsel erst im Folgemonat der Beantragung wirksam wird, muss man eben rechtzeitig im Vormonat beantragen (also sieben Monate vor Mutterschutz).

Wenn man die Schwangerschaft erst spät bemerkt, kann dies also ziemlich knapp werden. Wer geplant schwanger werden möchte, könnte daher zur Sicherheit ruhig schon vorher die Steuerklassen wechseln.

Steuerklassenwechsel eine schnelle Sache

Der Steuerklassenwechsel an sich geht dann superschnell. Er wird schon im Folgemonat der Beantragung wirksam. Wir hatten ein paar Tage nach der Beantragung des Steuerklassenwechsels die Bestätigung im Briefkasten (siehe Foto). Das hat mich echt überrascht. Denn das Finanzamt ist sonst nicht gerade für seine Schnelligkeit bekannt. 😉

Um diese Bestätigung zu erhalten, muss man im Antrag auf Steuerklassenwechsel übrigens an der entsprechenden Stelle ein Kreuz setzen. So war es mir lieber, damit ich sofort weiß, dass es geklappt hat und es nicht erst in der nächsten Gehaltsabrechnung sehe (oder auch nicht, falls irgendetwas schief gegangen ist).

Insgesamt war der Wechsel echt unkompliziert. Das auszufüllende Formular war echt überschaubar und konnte dann postalisch an das Finanzamt gesandt werden.

Legalität des Tricks gerichtlich geklärt

Und wer Sorge hat, dass hieran irgendetwas „illegal“ wäre, der kann sich wieder beruhigen. Wie die Stiftung Warentest in einem anderen Artikel schreibt, hat das Bundessozialgericht schon im Jahr 2009 den Steuerklassenwechsel zum Zwecke der Erhöhung des Elterngeldes erlaubt.

Diese Angaben sind hier von mir natürlich alle ohne Gewähr, da ich auf dem Gebiet des Steuerrechts und in Sachen Elterngeld etc absoluter Laie bin. Lest daher ruhig noch einmal vorsichtshalber den entsprechenden Artikel bei der Stiftung Warentest durch. Dort ist auch erläutert, wie man den Trick eventuell auch dann noch nutzen kann, wenn man den Steuerklassenwechsel nicht rechtzeitig beantragt hat. Unter Abstrichen gibt es da noch einen gewissen Spielraum.

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