Vorsorge 31. Woche: CTG – sinnvoll oder nicht?

ultraschallbildBei unserem letzten Frauenarztbesuch (in der 31. Schwangerschaftswoche) gab es unter anderem natürlich auch mal wieder ein neues Ultraschallbild, welches ich euch nicht vorenthalten möchte (siehe links).

Im Vergleich zum Bild davor von vor zirka vier Wochen war für mich ehrlich gesagt aber nichts Neues dabei. Im Prinzip sieht es genau so aus, nur die Perspektive ist anders. Man sieht das Gesicht im Profil und eine Hand, die sich Richtung Mund bewegt. Wird hier etwa schon das Nuckeln am Daumen geübt? 🙂

Aber grundsätzlich ist es in unserem Fall ja auch gut, wenn sich keine „Neuigkeiten“ ergeben, denn im Großen und Ganzen verläuft die Schwangerschaft bislang komplikationslos.

Bleibt das Kind in Geburtsposition?

Auch die derzeitige Position des Kindes stiftet Zuversicht, denn es liegt mit dem Kopf nach unten. Das ist in der 31. Woche zwar noch keine Garantie dafür, dass dies auch bis zur Geburt so sein wird und bis dahin nicht doch noch eine Beckenendlage vorliegt, doch die Wahrscheinlichkeit ist durchaus da.

Als „sicher“ kann die Position laut Frauenärztin aber erst gelten, wenn sie in der 34. Woche vorliegt. Die Hebamme hat sich da etwas weiter aus dem Fenster gelehnt. Sie schätzt die Wahrscheinlichkeit als ziemlich hoch ein, dass das Kind so liegen bleibt. Zumindest bei Erstgebärenden, da da alles noch etwas „fester“ ist und das Kind so weniger Möglichkeiten hat, sich aus dieser „Soll-Position“ wieder herauszudrehen. 🙂

Außerdem haben wir zum ersten Mal das Gewicht unseres Sprößlings erfahren: 1.500 Gramm soll es wiegen und lang soll es 39 Zentimeter sein. Allerdings sind das beides rechnerische Werte, die sich aus den Ultraschallmessungen ergeben (gemessen werden ja der Kopfdurchmesser und -umfang sowie der Oberschenkelknochen), daher gibt es da noch eine theoretische Abweichung von +/- 10 Prozent. Aber da die errechnten Werte genau in der Mitte des Normalbereichs bewegen, ist auf jeden Fall auch in Bezug auf Größe und Gewicht alles in Ordnung.

CTG – sinnvoll oder nicht?

Mit der Hebamme sprachen wir außerdem noch über ein CTG, von dem wir bis dahin ausgingen, dass dies nun „standardmäßig“ durchgeführt würde. Doch im Gespräch ergab sich, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht zum „Pflichtprogramm“ gehören würde.

Laut Mutterschaftsrichtlinien ist in einer normal verlaufenden Schwangerschaft vor dem errechneten Geburtstermin gar keine routinemäßige CTG-Untersuchung vorgesehen. Dies ist mehr so etwas, was sich im Laufe der Jahre verselbständigt hätte, aber kaum einen Erkenntnisgewinn bringen würde. Ob regelmäßige Herztöne vorliegen konnte sie mit eine Art „Hörrohr“ ermitteln und zuvor im Ultraschall hat man dies ja auch gut erkennen können. Wozu also dann auch noch das CTG?

In dieser halbstündigen Beobachtung kann alles in Ordnung erscheinen, obwohl eigentlich doch Probleme vorliegen. Dafür ist dieser zeitliche „Ausschnitt“ dann doch zu klein. Zudem kann es auch sein, dass die Messung misslingt und man dann einen neuen Versuch unternehmen muss.

Falsch-positive Befunde machen unnötig Angst

Zudem gibt es auch hier wieder die Möglichkeit von irrtümlich auffälligen (auch „falsch-positiv“ genannten) Befunden, die einem völlig unnötig Sorgen bereiten und in weiteren Untersuchungen abgeklärt werden müssen.

Und je mehr Untersuchungen und Messungen man vornimmt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass bei irgendeiner Messung auf den ersten Blick dann doch nicht alles „okay“ erscheint, obwohl eigentlich gar nichts vorliegt.

Am Ende macht das vor allem eines mit einem: Es bereitet Angst. Will ich das?

Kind reagiert auf die CTG-Untersuchung

Ich fragte, ob das Kind etwas davon merkt. Laut Hebamme merkt man ganz eindeutig Reaktionen des Kindes auf das CTG. Und ich bin sicher, dass dies nichts angenehmes für das Kind ist, sondern es sich dadurch unwohl fühlt. Und da so ein CTG ja eine halbe Stunde lang läuft, ist das auch eine andere „Liga“ als so eine kurze Ultraschall-Untersuchung über zwei oder drei Minuten.

Klar, es ist sicherlich nicht in dem Sinne gefährlich, dass es direkte gesundheitlichen Schaden anrichtet. Aber trotzdem möchte ich es dem Kind nicht unnötig unangenehm machen. Am Ende provoziere ich dadurch noch, dass es doch noch seine Position ändert oder sowas… 😉

Nee nee, wir haben dann lieber davon Abstand genommen. Ich will das Ungeborene weitestgehend in Ruhe lassen.

Letztendlich ist das von den Eltern in den meisten Fällen ja vermutlich reine Neugierde bzw. man will sich „absichern“ und jede mögliche Untersuchung mitmachen, weil man ja am Ende hören will, dass „alles in Ordnung“ ist. Aber darauf vertraue ich auch so. Und wenn es nicht so wäre, dann könnte man zum jetzigen Zeitpunkt sowieso nichts dran ändern.

CTG nur bei vorliegenden Komplikationen bzw. „Verdachtsfällen“

Anders wäre es, wenn es zuvor in der Schwangerschaft bzw. bei den Untersuchungen irgendwelche Auffälligkeiten gegeben hätte, die das Herz betreffen könnten oder aber wenn Wehentätigkeiten bzw. Hinweise auf eine vorzeitige Geburt vorliegen würden.

Aber ohne das Vorliegen von Auffälligkeiten und bei einer völlig normal verlaufenden Schwangerschaft sehe ich es nicht ein, mir irgendwelche zusätzlichen Sorgen um den Zustand des Herzens unseres Kindes zu machen. Die Schwangerschaft soll schließlich nicht primär eine Zeit der Sorge vor sämtlichen Eventualitäten sein, sondern eine der Vorfreude. 🙂

Wenn ihr mehr zu den Vorteilen und den Nachteilen der CTG-Kontrolle zum jetzigen Zeitpunkt der Schwangerschaft erfahren möchtet, kann ich euch die Lektüre dieses kritischen Artikels ans Herz legen.

PS: Natürlich ist das hier alles meine persönliche Ansicht (nach dem Gespräch mit der Hebamme sowie einer Internetrecherche). Ich bin kein Arzt, sondern als erstmalig werdender Vater nur ein Laie. Letztendlich schätzt die Lage auch jeder anders sein.

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